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Kreisliga bis Bundesliga: Fußball-Ligen in Deutschland erklärt

Wer einmal ein Freitagabend-Spiel in einer dörflichen Kreisliga gesehen hat, ahnt nicht, dass von dort aus der Weg bis in die Bundesliga theoretisch möglich ist – und vereinzelt sogar tatsächlich beschritten wird. Das deutsche Fußball-Ligasystem ist mit bis zu 13 Ebenen, 2235 Ligen und 31.645 Mannschaften eine der komplexesten Ligapyramiden Europas. Dieser Überblick ordnet jede Spielklasse von der Kreisklasse bis zur Bundesliga ein und zeigt, wo genau die Unterschiede zwischen Regionen wie Bayern und NRW liegen.

Höchste Spielklasse: Bundesliga (18 Mannschaften) · Profiligen gesamt: 3 (1. Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga) · Regionalligen (4. Ebene): 5 Staffeln · Amateurligen unterhalb der Regionalliga: Oberliga, Verbandsliga, Landesliga, Bezirksliga, Kreisliga, Kreisklasse · Unterste Männerebene: Kreisklasse (13. Liga in manchen Verbänden)

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Die genauen Bezeichnungen der Kreisebenen (A, B, C) variieren regional stark
  • In manchen Verbänden existieren zusätzliche Zwischenligen, z. B. Landesklasse oder Gruppenliga
  • Reformdiskussionen um die Regionalliga-Struktur dauern an
  • Aufstiegsregeln passen sich jährlich an Absteigerzahlen an
3Zeitleisten-Signal
  • 1963/64: Einführung der Bundesliga als höchste Spielklasse
  • 1974/75: Gründung der 2. Bundesliga
  • 2008/09: Start der 3. Liga

Die folgende Tabelle fasst die zentralen Merkmale des deutschen Fußball-Ligasystems zusammen.

Merkmal Details
Höchste Liga 1. Bundesliga
Letzte Amateurliga Kreisklasse (je nach Verband)
Anzahl der Ligenebenen Bis zu 13
Regionalligen (4. Ebene) Nord, Nordost, West, Südwest, Bayern
Oberligen (5. Ebene) 14 Staffeln (z. B. Oberliga Nord, Bayernliga)
Unterste Spielklasse Kreisklasse (in Bayern z. B. Kreisklasse A, B)

Wie ist die Reihenfolge der Fußballligen in Deutschland?

Die deutsche Ligapyramide beginnt an der Spitze mit drei bundesweiten Profiligen: der Bundesliga als höchster Spielklasse, gefolgt von der 2. Bundesliga und der 3. Liga, die seit der Saison 2008/09 als niedrigste vollständig professionelle Spielklasse fungiert. Unterhalb der 3. Liga schließt sich die vierte Ebene an, die aus fünf regionalen Staffeln der Regionalliga besteht: Nord, Nordost, West, Südwest und Bayern.

Die 21 Landesverbände des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) betreiben dann auf den Ebenen fünf und darunter ihre eigenen Ligapyramiden. Oberliga, Verbandsliga, Landesliga, Bezirksliga und Kreisliga folgen in absteigender Reihenfolge, wobei die genaue Bezeichnung und die Anzahl der Staffeln je nach Verband variieren. Am unteren Ende stehen Kreisligen und Kreisklassen, die in der Regel ab Stufe 8 eingestuft werden und von über 400 Kreisfußballverbänden organisiert werden.

Was das bedeutet

Die Ligapyramide folgt dem Prinzip von Aufstieg und Abstieg zwischen allen Ebenen – ein Verein kann theoretisch von der Kreisklasse bis zum deutschen Meistertitel durchstarten. In der Praxis trennen jedoch enorme finanzielle, infrastrukturelle und sportliche Hürden jede einzelne Stufe.

Was kommt nach der Fußball-Kreisliga?

Die Kreisliga steht in der deutschen Ligahierarchie für gewöhnlich auf Stufe 9 oder 10 und ist damit eine der untersten Amateurspielklassen. Sie wird fast immer in mehrere Ebenen unterteilt: Kreisliga A als höchste Ebene im Kreis, gefolgt von Kreisliga B, Kreisliga C und teilweise sogar Kreisliga D. Die genauen Bezeichnungen und die Anzahl der Ebenen variieren jedoch erheblich zwischen den einzelnen Landesverbänden.

Über der Kreisliga steht die Bezirksliga, die den Übergang zwischen lokaler und regionaler Spielklasse markiert. In der Regel steigt der Tabellenführer jeder Kreisliga direkt in die Bezirksliga auf, während die letzten Plätze den Gang in die Kreisklasse antreten. In einigen Regionen – etwa in Bayern – existieren zusätzliche Relegationsspiele zwischen den Zweitplatzierten, um freie Plätze in der nächsthöheren Liga zu besetzen.

Regionale Abweichung

Die Bezeichnungen Kreisoberliga, Kreisklasse oder A-Klasse werden je nach Verband unterschiedlich verwendet. Was in Bayern als Kreisklasse bezeichnet wird, kann in NRW eine andere Spielklasse sein – ein direkter Vergleich erfordert daher immer die Berücksichtigung des jeweiligen Landesverbands.

Welche Liga kommt nach der Oberliga?

Die Oberliga ist in Deutschland die fünfte Spielklasse und bildet damit die letzte Stufe, die noch überregionale Bedeutung hat. Oberligen werden von den Regionalverbänden des DFB organisiert und sind in verschiedene Staffeln unterteilt, etwa die Oberliga Nord, Oberliga Westfalen oder Bayernliga. Die Anzahl und Zuschnitte dieser Staffeln werden von den Regionalverbänden festgelegt und können sich von Saison zu Saison ändern.

Die nächsthöhere Spielklasse über der Oberliga ist die Regionalliga als vierte Liga. Jede der fünf Regionalliga-Staffeln vergibt eine bestimmte Anzahl von Aufstiegsplätzen zur 3. Liga, wobei die genaue Zahl von der Zahl der Absteiger aus höheren Ligen abhängt. Für die Aufstiegsrunden zur 3. Liga werden Play-off-Spiele zwischen den bestenStaffeln der Regionalligen ausgetragen, die zusätzlich zu infrastrukturellen Kriterien (Stadion, Finanzen) erfüllt werden müssen.

Ist die Regionalliga die nächste Stufe nach der Oberliga?

Ja – zwischen Oberliga und Regionalliga existiert in der offiziellen Ligapyramide keine weitere Spielklasse. Der direkte Aufstieg von der Oberliga in die Regionalliga ist jedoch an sportliche und vereinsrechtliche Kriterien gebunden, darunter eine gültige Spiellizenz und die Erfüllung von Stadionanforderungen. In manchen Landesverbänden kann es je nach Staffelstärke auch zusätzliche Aufstiegsrunden oder Relegationsspiele geben.

Welche Klassen gibt es im Fußball und wie viele Ligen gibt es?

Das deutsche Fußball-Ligasystem umfasst nach aktuellem Stand bis zu 13 Ebenen mit insgesamt 2235 Ligen und 31.645 Mannschaften – Zahlen, die zuletzt für die Saison 2016/17 erfasst wurden. Diese gewaltige Struktur lässt sich grob in drei Bereiche gliedern: den professionellen Bereich mit Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga; den semiprofessionellen Amateurbereich mit Regionalligen und Oberligen; und den Breitenfußbereich mit Verbands-, Landes-, Bezirks-, Kreis- und Kreisklassen.

Das zahlenmäßige Gefälle zwischen Profi- und Amateurbereich ist enorm: Während die drei Profiligen zusammen nur 56 Teams umfassen, teilen sich über 31.000 Mannschaften die unteren Spielklassen.

Spielklasse Ebene Status Organisationsform
1. Bundesliga 1. Liga Profi DFL (bundesweit)
2. Bundesliga 2. Liga Profi DFL (bundesweit)
3. Liga 3. Liga Profi/Amateur DFB (bundesweit)
Regionalliga 4. Liga Amateur 5 Regionalverbände
Oberliga 5. Liga Amateur 14 Staffeln
Verbands-/Landesliga 6.–7. Liga Amateur 21 Landesverbände
Bezirksliga 8. Liga Amateur Landesverbände
Kreisliga 9.–10. Liga Amateur 400+ Kreisfußballverbände
Kreisklasse 11.–13. Liga Amateur 400+ Kreisfußballverbände
Die Anzahl der Aufsteiger variiert

Die exakte Zahl der Ligen und Ebenen ändert sich saisonbedingt: Steigen mehr Mannschaften aus einer Regionalliga ab, rutschen automatisch mehr Vereine aus der 3. Liga in den Amateurbereich, was sich kaskadenartig auf alle unteren Ebenen auswirkt. Diese Dynamik macht eine exakte jährliche Erfassung der Gesamtzahl zu einer komplexen Aufgabe.

Wie ist die Ligen-Reihenfolge in NRW und Bayern?

Die beiden größten Landesverbände Deutschlands – der Westdeutsche Fußballverband (mit FLVW und FVN in NRW) und der Bayerische Fußball-Verband (BFV) – unterscheiden sich deutlich in der Struktur ihrer Ligapyramiden unterhalb der Regionalliga.

Fußball-Ligen Reihenfolge in NRW

In Nordrhein-Westfalen folgt auf die Bundesliga die 2. Bundesliga, dann die 3. Liga, die Regionalliga West, die Oberliga Westfalen, Oberliga Niederrhein oder Mittelrhein, die Landesliga, Bezirksliga und schließlich Kreisliga A, B und C. Der Fußballverband Niederrhein organisiert seine Ligapyramide über 13 Fußballkreise, während der FLVW in Westfalen eigene Aufstiegsregeln für seine Landesliga betreibt – etwa eine Aufstiegsrunde der Zweitplatzierten, deren Teilnehmerzahl von den Absteigern aus höheren Ebenen abhängt.

Kreisliga-Kreisklasse-Reihenfolge in Bayern

Bayern bildet mit der Regionalliga Bayern, Bayernliga Nord und Süd, Landesliga (fünf Staffeln: Nordost, Nordwest, Mitte, Südost, Südwest), Bezirksliga, Kreisliga und Kreisklasse eine eigene Pyramide. Die Landesliga Bayern ist dabei in fünf Staffeln unterteilt, deren schlechtplatzierteste Vereine direkt in die jeweilige Bezirksliga des zuständigen BFV-Bezirks absteigen. In der bayerischen Kreisebene existieren häufig komplexe Relegationssysteme, bei denen zusätzliche Aufstiegsrunden für Zweitplatzierte der Kreisligen freie Plätze in höheren Ligen besetzen.

Was kommt nach der Bayernliga?

Die Bayernliga ist die fünfthöchste Spielklasse in Deutschland und wird vom BFV als höchste bayerische Amateurliga unterhalb der Regionalliga Bayern organisiert. Sie teilt sich in eine Nord- und eine Süd-Staffel. Der direkte Aufsteiger aus jeder Bayernliga-Staffel zieht in die Regionalliga Bayern auf, während die übrigen Platzierten je nach Absteigerzahl aus der Regionalliga an Aufstiegsspielen teilnehmen. Unterhalb der Bayernliga folgt die Landesliga, die damit die sechste Spielklasse darstellt.

Unterschiedliche Bezeichnungen

Was in Bayern als Kreisklasse bezeichnet wird, kann in NRW einer anderen Ebene entsprechen. Wer die Ligapyramiden verschiedener Regionen vergleichen will, sollte daher immer prüfen, welchem konkreten Verband die jeweilige Liga angehört – die Begrifflichkeiten allein sind nicht immer eindeutig.

Bestätigte Fakten

  • Die 1. Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga sind bundesweite Ligen.
  • Die Regionalligen bilden die 4. Liga mit fünf regionalen Staffeln.
  • Die Kreisliga ist eine der untersten Amateurspielklassen.
  • Der DFB ist der Dachverband für alle Fußballligen in Deutschland.
  • In Bayern existiert die Bayernliga als fünfthöchste Spielklasse.

Was unklar bleibt

  • Die genauen Bezeichnungen der Kreisebenen (A, B, C) können regional unterschiedlich sein.
  • In manchen Landesverbänden gibt es zusätzliche Zwischenligen, etwa Landesklasse oder Gruppenliga.

Das Fußball-Ligasystem in Deutschland ist eine hierarchisch aufgebaute Ligapyramide, die auf dem Prinzip von Aufstieg und Abstieg zwischen allen Ligen basiert.

— Wikipedia (Enzyklopädische Referenz für deutsche Ligastruktur)

Die Kreisliga, zusammen mit Kreisoberliga und Kreisklasse, bildet im deutschen Ligasystem die untersten Spielklassen ab Stufe 8 und darunter.

— Wikipedia (EN): Kreisliga

Fazit: Das deutsche Fußball-Ligasystem ist kein einheitliches Gebilde, sondern ein Verbund von 21 Landesverbänden mit teils deutlich abweichenden Bezeichnungen und Strukturen unterhalb der Regionalliga. Bayern und NRW zeigen exemplarisch, wie unterschiedlich dieselben Spielklassen organisiert sein können – etwa mit fünf Staffeln in der bayerischen Landesliga oder den komplexen Aufstiegsrunden in westfälischen Kreisstrukturen. Wer die Ligapyramide wirklich verstehen will, muss daher immer den konkreten Verband und dessen Satzungen kennen.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Kreisliga A, B und C?

Die Kreisliga A stellt in der Regel die höchste Spielklasse innerhalb eines Kreises dar, gefolgt von Kreisliga B, C und teilweise D als tiefere Ebenen. Der Tabellenführer der Kreisliga A steigt direkt in die Bezirksliga auf, während aus der Kreisliga B und C analog aufgestiegen wird. Die genaue Staffelung variiert jedoch je nach Landesverband und Kreisgröße.

Kann man von der Kreisliga direkt in die Bezirksliga aufsteigen?

Ja – in den meisten Fällen steigt der direkte Tabellenführer jeder Kreisliga in die Bezirksliga auf. In manchen Regionen gibt es zusätzlich Aufstiegsrunden, an denen Zweit- oder Drittplatzierte teilnehmen können, um freie Plätze in der Bezirksliga zu besetzen. In Bayern existieren auf Kreisebene zusätzlich komplexe Relegationssysteme mit Aufstiegsrunden für Zweitplatzierte.

Wie viele Mannschaften spielen in der Bundesliga?

In der Bundesliga spielen 18 Mannschaften, die in einer Saison je eine Heim- und eine Auswärtsbegegnung gegeneinander bestreiten – insgesamt 34 Spieltage pro Verein. Analog dazu umfasst auch die 2. Bundesliga 18 Teams, während die 3. Liga 20 Mannschaften beinhaltet.

Welche Ligen sind Profiligen in Deutschland?

Als Profiligen gelten in Deutschland die 1. Bundesliga, die 2. Bundesliga und die 3. Liga. Die Bundesliga und die 2. Bundesliga werden von der Deutschen Fußball Liga (DFL) organisiert, die 3. Liga direkt vom Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Gibt es eine einheitliche Ligapyramide für ganz Deutschland?

Nein – oberhalb der Regionalliga (4. Liga) gibt es drei bundesweite Profiligen, die einheitlich organisiert sind. Unterhalb davon teilen sich 21 Landesverbände die Verantwortung und verwenden teils unterschiedliche Bezeichnungen für dieselben Spielklassenebenen.

Wie oft steigen Mannschaften aus der Kreisliga auf?

Die Zahl der Aufsteiger aus der Kreisliga hängt von der Zahl der Absteiger aus der Bezirksliga in den jeweiligen Kreis ab. In der Regel steigt der Tabellenführer direkt auf, während weitere Platzierte an Aufstiegsspielen teilnehmen können. In Bayern existieren auf Kreisebene zusätzlich komplexe Relegationssysteme mit Aufstiegsrunden für Zweitplatzierte.

Für Fußballinteressierte in Bayern und NRW ist die Sache klar: Wer einen Verein von der Kreisklasse bis nach oben begleiten will, muss die jeweiligen Verbandsregeln kennen. Bayern hat seine fünf Landesliga-Staffeln und die Bayernliga als Sprungbrett, NRW seine westfälischen und niederrheinischen Strukturen mit eigenen Aufstiegsrunden. Der Weg nach oben existiert – aber er führt durch 13 Ebenen, die jede für sich eigene Regeln und Hürden bereithalten.



Robert Kavanagh

Robert Kavanagh

Robert Kavanagh ist Standards & Fact-Checking Lead bei MatchWire. Er überprüft Quellen, prüft sensible Behauptungen vor der Veröffentlichung und leitet den Korrekturprozess – die letzte Qualitätskontrolle, bevor etwas auf den Draht kommt.